Archive for August, 2009

von Finnen und Spaniern, Fahrrädern und Stränden

August 28th, 2009  |  Published in Finnland

Ich bin angekommen.

Am meinem inzwischen dritten Tag sitze ich mit allem Gepäck in den Schränken, dem Fahrrad im Keller und vielen Ideen im Kopf in meinem Zimmer: die 2er-WG mit Alberto hat eine komplette Küche, Balkon, Bad, Flur und 2 Zimmer mit je ca. 25m². Das sechsstöckige Wohnheim Etappi liegt mittig zwischen Uni und Innenstadt und enthält neben der obligatorischen Sauna einen Haufen Erasmus-Studenten aus Portugal, Spanien, Belgien, Holland, Deutschland und mehr.


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Da ich mein Fahrrad nach dem Transport (mit der Hilfe des lokalen Bikeshops) wieder erfolgreich zusammenbauen konnte und auch Alberto und seine spanischen Landsleute Fahrräder vor Ort erwerben konnten, waren wir gestern trotz Regen und bedecktem Himmel im Zentrum und bei LIDL und Co (vgl. Karte). Auch wenn die schönwetterverwöhnten Spanier mit den Fahrrädern im Regen etwas unsicher wirkten, sind wir unversehrt und mit reichlichen Einkäufen wieder angekommen.

Gepaart mit den Abenteuern des gestrigen Morgen ergab sich ein recht aktiver Tag: am YYteri-Day wurden wir von den studentischen Betreuern auf einem Rundkurs mit kleinen Teambuilding-Spielchen durch die Dünen gejagt. Neben den gut 20 bisher eingetroffenen Teilnehmern meines IBS-Programms waren noch viele weitere Studiengänge vertreten, sodass wir in insgesamt 4 Reisebussen kutschiert wurden.

Nachdem ich am Mittwoch Morgen durch unsere Bachelorprojekt-Präsentation im LIS verhindert war, bot sich hier die Gelegenheit, schon einmal die Hälfte der IBS-Studenten näher kennen zu lernen. Während momentan ca. 80 % der Studenten Finnen sind, werden (sobald die Visa-Probleme gelöst sind) rund 20 von insgesamt 40 IBS-Studenten den internationalen Anspruch des Programms erfüllen. Unter den Erasmus-Studenten bin ich der einzige, der an diesem Studienprogramm teilnimmt, während viele der Etappi-Bewohner in Programmen wie Business oder Tourism ihr Auslandssemester verbringen.

Die Erfahrungen der letzten Tage zeigen im wesentlichen 3 Dinge an:

  1. mein Spanisch ist ziemlich eingerostet
  2. Finnisch ist schwer, aber doch sinnvoll zu lernen (der Einführungskurs startet bald)
  3. auch wenn alle Englisch sprechen, bilden sich bereits nationale Gruppen heraus. Ich versuche mehr Nähe zu den IBS Leuten zu wahren, etwas Finnisch zu lernen, und den Spaniern beim Fahrradfahren zu helfen :-)

Fotos folgen demnächst, das Internet geht im Wohnheim nur per Kabel anständig, also lade ich die Fotos vom Handy in der Uni ins Web.

Bis bald

Schlaflos in Bremen

August 26th, 2009  |  Published in Finnland

3 Uhr morgens, das Licht geht wieder an. Das gleichmäßige Klacken der Rolltreppe und das Rascheln der Brötchentüten mit den ersten Brötchen des Tages sind die einzigen Geräusche, die die Wartehalle vom Bremer Flughafen mit Leben erfüllen. Warten. Warten auf den Check-In. Warten auf den Flug. Warten auf die Ankunft im Unbekannten: Tampere Flughafen, Tampere City und dann hoffentlich Pori sind die Ziele, die vor mir liegen.

Ich bin auf dem Weg nach Finnland, ins nächste Abenteuer, dieses Mal mit dem Titel “Auslandssemester”. Nachdem 2 ganze Jahre meines Studiums in Windeseile vorüber gezogen sind, trete ich nun die letzte Etappe meines Bachelorstudiums an. Wenn alles wie geplant funktioniert, bleibe ich für die nächsten rund 10 Monate in Pori, mache dort meine letzten Kursverpflichtungen klar und schreibe zum Jahreswechsel an meiner Bachelorarbeit. Dann komme ich wieder zurück, hole mir meine Bachelor-Urkunde (falls es sowas gibt) ab, und ziehe erneut weiter. Aber bis dahin ist noch Zeit.

Hier soll nun erstmal noch eine kurze Revue der vergangenen Monate in Bremen folgen:

Während das Sommersemester von der Arbeit für unser Bachelorprojekt Mobea dominiert war, blieb trotzdem Zeit für ein bisschen Tapetenwechsel in Prag und San Francisco. In Bremen war ich in meinem Job bei der TRENZ AG weniger aktiv als zuvor und die Kurse in Audiobearbeitung, Computergrafik und Usability sorgten für eine abwechslungsreiche und wohlgefüllte Studienwoche.

Die rasant vergehenden Wochen mündeten in einem Ereignis: Meinem Auszug aus Bremen. Da ich wie oben geschildert den Rest des Bachelors in Finnland verbringen werde, habe ich zum Juli Job und Wohnung gekündigt und vor inzwischen schon wieder 4 Wochen einen Großteil meines Hab und Gut aussortiert, verkauft, verschenkt oder nach Uelzen gebracht.

Die verbleibenden Gegenstände sind nun (bis auf eine Kiste, die bereits per Postweg aufgegeben wurde) neben mir hier am Flughafen aufgereiht. Neben Kleidung, Büchern und allerlei Technik sei hier kurz das Fahrrad erwähnt, das in einem wohlgeformten Karton die Ryanair-Reise mit mir antritt (Nein, ich bin nicht im Gepäckabteil untergebracht).

Auch wenn die Zeit in Bremen unfassbar schnell vorbei ging, freue ich mich auf die Dinge, die da kommen mögen. Ein neues Kapitel beginnt, und wie schon in Indien möchte ich erneut auf diesem Weg (per Blog) versuchen, die kommenden Monate zu verarbeiten und für alle Interessierten festzuhalten.

Viele Grüße an dieser Stelle an alle “daheim gebliebenen”, bereits abgereisten und ewig rastlosen unter Euch.