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March 9th, 2010  |  Published in Picture This

It’s about time. I have not been blogging (on a regular basis) for quite a while, most of my activity here in Finland is captured by other people through Facebook pictures (pancakes and parties, but no evidence of studies).

At the same time, I made a quick visit to Bremen, Germany to follow up on the idea of starting a company around or previous university project Mobea. That didn’t work out so well (yet), so instead of waiting around I focused on the immidiate things: finishing my bachelor studies, i.e. writing my bachelor report.
Through my research for potential competitors I came across A LOT of web startups in the educational space, some of which I will be mentioning in coming posts as they relate to my current work for the report.
At the same time, with the report I want to keep a focus on my current context – local to Finland, specific to IBS, my current studies program.
To get a grip on all the info flowing through my head and browser, I’m applying 3 main approaches:
  1. visual collection (think mind mapping, mood board, pictured below)
  2. content collection (in a wiki and through social bookmarking)
  3. regular synthesis (in this blog as well as in the final report, which is meant to be about 40 pages of text)
this is not a total mess -  it's fairly structured and way healthier than the monkey-style laptop and chair combo

my stand-up work station

making sense of a slide deck

making sense of a slide deck

almost like a kanban board, but more messy

almost like a kanban board, but more messy

So what are the current issues I have to deal with:

  • narrowing it down (all things are connected, I come across some interesting perspective hourly)
  • creating something concrete (immediate, practical)
  • making it useful (reading and writing is fun, but I want to provide real value to Reijo, Jeff and the IBS crew)

My starting points on this adventure are these:

Why does everybody use Facebook but everybody I ask has issues with Moodle?

When is a teacher’s physical presence in a classroom really necessary?

I want to be done with my report until the end of April so I can get as much feedback from the people here in IBS, but also to be able to focus on the next step after that: Teach First (application is pending).

If you would like to encourage or comment on any of these ideas and endeavours, please go ahead.

Lots of things will follow.

Happy blogging!

Schlaflos in Bremen, diesmal ohne Fahrrad

January 8th, 2010  |  Published in Aus dem Leben des Björn, Finnland

Wieder mitten in der Nacht, wieder in Bremen, Flughafen.

Alles schläft, einsam wacht. Dieses mal ohne Fahrrad und nur mit meinem Trolly im Handgepäck.

Es ist Anfang Januar, das neue Jahr 2010 hat begonnen, und die vergangen Monate sind – sorry – wie im Flug vergangen.

Ich habe den ersten Teil meines Finland-Abenteuers hinter mir, und starte nun in die zweite Staffel. Die Akteure werden sich verändern, der Spaß bleibt aber sicher.

Bevor ich aber die kommenden Ziele für 2010 ankündige, hier ein kurzer Rückblick über die vergangenen Monate:

Wohnung

Ich wohne im einem Studentenwohnheim, mittig zwischen Innenstadt und Campus gelegen. Wir nennen es Etappi, aber “Insel” beschreibt es aus meiner Sicht besser: neben einer Minderheit finnischer Studenten wohnten hier rund 30 Erasmus-Studenten, die BWL, Physiotherapie oder Tourismus studieren (wenn dafür Zeit bleibt). Von Türkei bis Niederlande, Spanien, Frankreich bis Polen und Russland sind die meisten Nationalitäten vertreten und dank einer sehr dämlichen Zimmerzuteilung fein säuberlich nach Nationalitäten getrennt in 2er-WGs untergebracht.

Wesentlicher Punkt um also andere Nationalitäten kennenzulernen, war somit der Unicampus oder der 6. Stock: auf dem Party-Floor mit 8 einzelnen Zimmern und geteilter Küche wurde des öfteren der Kälte und Tristesse getrotzt und der kulturelle Austausch gefördert.

Menschen

Ich selbst habe gleich in zweierlei Hinsicht Glück gehabt: quasi als Ausnahme der Regel ist mein Mitbewohner kein Deutscher, sondern Spanier. Und meine Studienkollegen nicht die anderen Erasmus-Leute, sondern echte finnische Studenten (und noch einige Chinesen).

Nachdem ich also nach kurzer Zeit den Finnisch-Kurs abgebrochen hatte, konnte ich in den letzten Monaten mein Spanisch wieder auffrischen, die Qualitäten des englischsprachigen Studienprogramms mit den Finnen auskosten und zusätzlich noch einige Einblicke in die chinesische Kultur gewinnen.

Naja, und einige Parties im Studentenwohnheim gabs natürlich auch. Neben der Anpassung an einige spanische Lebensweisen (spätes Abendessen, Wein und Cola als Mixgetränk) kam natürlich auch der regelmäßige Besuch der Sauna direkt im Haus nicht zu kurz. Grundsätzlich ist es eine sehr intensive Erfahrung, quasi 24h von all diesen Studenten im Wohnheim umgeben zu sein, deren kulturelle Durchmischung für manche Überraschung gut ist.

Studium

Natürlich kam auch das Studium selbst nicht zu kurz: In dieser Hinsicht bin ich sehr froh, mit den BWL-lastigen Inhalten noch einmal eine neue Richtung einzuschlagen, und freue mich über die gruppenorientierte und selbstständige Arbeitsweise. Neben Marketing-Inhalten und einer Sensibilisierung für Kulturelle Unterschiede war vor allem die Bearbeitung von sog. Case Studies, d.h. Unternehmensfallstudien eine gute Erfahrung, da hier in realitätsnahmen Umfeld Wissen angewandt und ausgebaut werden kann.

Reisen

Da Pori als Standort selbst recht wenig zu bieten hat (Bäume soweit das Auge reicht, 2 Diskotheken, 1 Marktplatz), konnten wir die letzten Monate umso mehr für Reisen nutzen. Dank Ryanair Sonderaktionen (1 Million Flüge für je 1 Euro, etc.) und den Schiffsrouten auf der Ostsee verbrachten wir einige Wochenenden in Stockholm, Riga, Tallinn und Helsinki. Diese Reiseerfahrungen haben in mir (neben den Kontakten im Alltag) das Selbstverständis als European Citizen geweckt und eine noch immer anhaltende Reiselust entflammt.

Wetter

Auch wenn dank der vergangenen Wochen Winter und Schnee in Deutschland auch wieder einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, möchte ich natürlich diesen Punkt in der Finnland-Erfahrung nicht aussparen: Ja, es ist kalt. Aber egal, das Fahrrad fährt trotzdem. Und mit Schals, Mützen und vielen Kleidungsschichten lassen sich auch -20° aushalten.

Wichtiger zu erwähnen ist eher der Umstand, dass inzwischen die Tage immer kürzer geworden sind, d.h. teils nur zwischen (gefühlt) 12 Uhr Mittags und 3 Uhr am Nachmittag etwas Sonnenstrahlen einzufangen sind. Aber mit Vitamin-D-Tabletten, Bewegung und fröhlichen Mitbewohnern lässt sich darüber gut hinwegsehen.

2. Staffel

Wenn ich nun ab morgen wieder in Finnland bin, wird sich einiges verändern: Die meisten Erasmus-Studenten kommen nicht wieder, da ihr Auslandssemester vorbei ist, lediglich die Spanische Familie (rund 10 Studentinnen und Studenten) kommt zurück für eine Fortsetzung. Mit insgesamt 7 neuen Erasmus-People wird die Neubesetzung ebenfalls anders.

Und sogar an der Location gibt es Änderungen: der 5. und 6. Stock des Wohnheims werden renoviert, und die 8er WGs machen 2er Wohnungen platz, sodass in Zukunft kein zentraler Treffpunkt (und Ort zum Feiern und Lärm machen) in Etappi mehr besteht.

Da mit dem ersten Semester auch das Sonder-Kurs-Programm für die Erasmus-Leute vorbei ist, werden einige meiner Mitbewohner demnächst in unseren Studiengang wechseln, sodass sich dort neue Erfahrungen ergeben werden.

Und während ich mein Spanisch-Sprechen natürlich aufrecht halten will, werde ich auch versuchen, noch ein bisschen mehr in Kontakt mit der Chinese Connection zu bleiben. Denn ein paar Freunde in Shanghai können ja auch nicht schaden, wenn mich das Asien-Fieber packt.

Zukunft

Ein wesentlicher Teil meines Tages in den kommenden Monaten wird aber neben den kulturellen Erfahrungen und Reisen vor allem einem gewidmet sein: der Beendigung meines Studiums durch den sog. Bachelor Report (die Abschlussarbeit) und gleichzeitig der Weiterführung der im 2. Studienjahr entwickelten Software-Lösung. Hierfür habe ich in letzter Zeit viel Energie in Richtung Marktanalyse und Konzeptionierung gesteckt, sodass für die Zukunft eine Selbstständigkeit mit dem Programm in Aussicht steht. Momentan steht hier aber noch mehr auf Papier als in Stein gemeisselt, sodass sich noch vieles ergeben wird. 2010 wird jedoch mein Unternehmer-Jahr, weshalb ich auch eine Bewerbung für Master-Studiengänge zunächst aufgeschoben habe.

Sobald sich die Umstände konkretisieren (und ich mal wieder mitten in der Nacht auf dem Bremer Flughafen gestrandet bin), werde ich den aktuellen Stand hier berichten.

Bis dahin noch einige Lektionen aus den letzten Monaten:

  • Skype ist großartig, um mit Eltern, Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben
  • Europa ist ein Dorf, in 12 Stunden ist man nahezu überall, dank EU und Schengen auch ohne Reisepass und Visum, und mit Ryanair, Zug oder Boot auch oft günstiger als erwartet (niedrige Ansprüche und flexible Zeiteinteilung vorausgesetzt)
  • Ländergrenzen sind vor allem eine mentale Barriere, kulturelle Unterschiede sind nur ein Problem, wenn man ihnen nicht offen gegenübersteht
  • Sprachenlernen im Realkontext mit Muttersprachlern ist super
  • Auslandssemester sind eine großartige Erfahrung

The Future of Social Media

September 15th, 2009  |  Published in Commentary  |  View Comments

Here in IBS, one of our current tasks is to describe our vision of the future of Social Networks and Social Media (in the next three to five years).

To get started, Reijo gave us a Mashable post and a SlideShare presentation to enable some insights on the current ideas about tech and the influence on social, digital interactions.

These are the themes that I came up with so far.

Additional inspiration came from J. Owyang and C. Li.

ubiquity

technology pervades everything BUT is acting as a bridge between people or people and objects

immersive interaction metaphors require no special knowledge (contrasting to: keyboard, mouse)

examples: RFID tags, augmented reality apps, immersive tele-conferencing, project natal, vision 2019, mind-reading tech

immediacy

opportunity cost, friction for changing a device, place, situation is approaching zero:

activities happen in real time, user adaption (syntax, knowledge, habits) becomes unneccessary

examples: realtime search, touch interfaces, natural language commands (Mozilla ubiquity), speech commands, gestural interfaces

connectedness

every thing (physical object) is connected to the web,

all information about all things is interconnected

there will be no line between different applications (contrast: Gmail, Moodle, Joomla, WordPress, Word Document, Notepad, Paper or SMS vs. Email vs. Facebook Chat vs. IM), documents as such don’t exist anymore

no passwords, no profiles, only ONE constantly-connected individual

examples: Arduino, portable identity (Facebook connect, OpenID), semantic web, Google Wave Applications and Basics

contextualization, where, when, who

computers, services know the users context and adapt accordingly

examples:

when GPS locates you in office, cellphone is muted, callers get info about next available spot on your schedule

when you write in a “word processor” (text input field), spell-checking will recognize the language without needing any manual settings

a service knows your media consumption preferences, shows you only videos or transcribes audio-only material to text based on usage patterns

information normalization, one right answer

based on connected information and natural language processing, services will be able to fully interpret a users intent,

when one definite answer can’t be computed, the activity will run in a feedback circle with another human (à la Aardvark, Amazon Mechanical Turk or Elance) in real time

examples: curated datasets (Wolfram Alpha), recommendation engines (Amazon, Netflix)

Influence on social media and social relations (scenarios):

Reviews from amazon can be viewed inside the book (small screen), user can see the relationships of reviewers (who is also publishing their books with this company?), authers biography can also be looked up.

Your fridge knows its content (RFID) can send you an SMS “buy milk” or order the groceries via email and have them delivered to your home.

Your computer identifies you via facial recognition, logs you into all needed systems.

You read a book by opening it in MS Word, edit the text as you wish, put in your own words, click a button and your prose will be converted to bullet points (for a presentation in power point). Additionally, pictures to illustrate your point are added automatically by a recommendation engine.

If the computers, devices around you know all facts in the world (even events), relationships, jobs and the basis for recognition in relationships is changing quite heavily.

If your computer/cellphone can exactly characterize a new contact by his facial expression, facebook activity log and other internet activities, you won’t meet many people outside of your comfort zone.

Finnland, jetzt auch mit Bildern

September 11th, 2009  |  Published in Finnland  |  View Comments

Ok, um einige Worte zu sparen werde ich in Zukunft immer mal wieder Fotos auf meinen Picasa-Account laden.

Einen kleinen Vorgeschmack gibts hier, alle zukünftigen Fotos landen dann immer in diesem Ordner.

Für eingeweihte gibt’s natürlich auch noch einige weitere Eindrücke auf Facebook (dort aber meistens von anderen Leuten dokumentiert).

Wie man Probleme schafft

September 8th, 2009  |  Published in Finnland  |  View Comments

Ein Manuskript. Nicht ganz chronologisch, stark paraphrasiert.

Man nehme:

  • einen Raum in einer Hochschule
  • ca. 20 total übermüdete Studenten, die noch den Restalkohol der vergangenen Party verarbeiten
  • einige wohlwollende, leicht aufgebrachte, teils emotional involvierte studentische Betreuer
  • Zwei ältere Mitarbeiter der Universität (guter Cop, böser Cop)

“Wir haben euch heute hier zusammengerufen, weil zum wiederholten Male Beschwerden wegen Lärmbelästigung beim Vermieter des Studentenwohnheims eingegangen sind. Der Vermieter will euch nun alle rausschmeißen.”

Entsetzen, Empörung, Stille, leichte Widerworte.

“Wir waren davon ausgegangen, dass wir euch wie Erwachsene behandeln können, aber das war wohl ein Fehler. Einige von euch mögen die Ernsthaftigkeit der Situation noch nicht ganz verstanden haben, aber bedenkt bitte, dass ihr es mit solchen Aktionen allen zukünftigen Austauschstudenten wesentlich schwerer macht.”

“Wir werden morgen eine Krisensitzung mit dem Vermieter halten, und es werden Mitteilungen über den Vorfall an eure Heimatuniversitäten versendet.”

Spaß: “Aber ich war gestern Abend in Helsinki, nicht hier.”

Isolierung: “Ich hab keine laute Musik gehört?”

Zorn: “Wer hat sich denn da beschwert? Warum sind die nicht erst zu uns gekommen?”

Verhandeln: “Ja, aber solche Regeln zum Feiern hätte man uns vorher sagen müssen. Bei uns in Spanien ist das alles ganz anders…”

Akzeptanz/Logik: “Ok, aber die können uns gar nicht alle rausschmeißen.”

Als Comic Relief der Auslandsbeauftragte der Uni: “Ich bin gerade nicht ganz im Bilde, aber… Wir wissen die Partnerschaften mit dem Ausland sehr zu schätzen, und egal was passiert, Ihr seid hier immer noch herzlich willkommen.”

Und der Reality Check für alle, die sich lustig machen: “Studentenwohnungen sind in ganz Finnland begehrt, die werden schnell wieder vermietet.”

Was war da los?

Man nehme:

  • ca. 30 Studenten (aus Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Holland, Belgien, Deutschland, Polen, Russland uvm.)
  • 1 Studentenwohnheim, ca. 2 km vom Stadtkern entfernt
  • 1 Erasmus-Austauschprogramm: Einführungswochen im August, reguläre Vorlesungen ab erst Mitte September, ergo
  • viel Freizeit

Das Ergebnis:

2er bis 6er Zimmer, oft mit Landsleuten, gleicher Sprache, und ähnlichem Interesse: Party. Jeden zweiten Abend hängt eine Nachricht im Fahrstuhl à la “Party bei den Portugiesen im 6. Stock, alle Nationen willkommen”. Kennenlernen, Musik hören, Alkohol, Spaßchen hier, Tänzchen da. Lärm überall.

“Und, wann warst Du im Bett? – So gegen 5.”

Eine Mischung, die auf Dauer nicht gut gehen konnte. Das Ergebnis (neben der Bilderflut auf Facebook und den zu kurzen Nächten) trifft nun alle: “Und glaubt nicht, dass Ihr euch mit ‘ich war nicht dabei’ rausreden könnt. Das betrifft jeden, egal welches Zimmer.”

Einige Gespräche im kleinen Kreis später: “Und, was werden die bei eurer Heimat-Uni in Spanien dazu sagen, wenn sie das mitkriegen? – Die fragen höchstens, ob’s denn gut war. Und hier kommt’s auf die Titelseite: ‘Erasmus-Studenten feiern Party.’”

Das Gegenstück am Mittagstisch: “Wenn das zu Hause raus kommt, schmeißen die uns raus. So was bleibt in der Akte. Egal ob du vorher die 20.000 € Studiengebühren bezahlt hast, oder nicht.” später dann “… aber die Feier war gut.”

Und bei mir? Da ich letzte Nacht um 10 im Bett war, und damit einer der wenigen Ausgeschlafenen im Raum war, konnte ich die Reaktionen aus etwas distanzierterer Perspektive beobachten. Meine Webrecherche sagt mir jedenfalls, dass man ohne vorige schriftliche, persönliche und nachverfolgbare Mahnung nicht einfach aus seiner Wohnung geschmissen wird. Und dann ist da noch die einmonatige Kündigungsfrist, gerichtliche Einspruchsmöglichkeit, und manches mehr. So schnell nehm ich die gerade angekommenen Poster noch nicht von der Wand ab. Für den Fall der Fälle sprech ich aber morgen mal mit einem Studienkollegen, der arbeitet beim Immobilien-Makler…

Heute Nachmittag hängt eine neue Nachricht im Fahrstuhl:

“Die Party ist zu Ende.”

Fortsetzung folgt.

gutes Essen, gutes Wetter, viel Bewegung

September 6th, 2009  |  Published in Finnland  |  View Comments

Was soll ich sagen? Inzwischen ist mehr als eine Woche hier in Pori vergangen. Und alles ist super.

Das Studienprogramm hat begonnen, die Leute sind nett, dank der vielen Erasmus-Leute im Wohnheim ist auch außerhalb der Uni immer was los. Und ja: Sogar die Sonne scheint. Dank der kurzen Wege in Pori und dem importierten Fahrrad kommt auch die Bewegung nicht zu kurz. Nicht zuletzt wär da noch das kostenlose Fitness-Studio in der Uni zu erwähnen, das einer der Gründe dafür ist, dass ich gerade ziemlich kaputt (aber zufrieden) bin.

Einzig das Internet hier im Wohnheim ist ein bisschen langsam. Aber das sollte sich bald ändern, wenn ich meine lokale Sozialversicherungsnummer, Bankkonto und mobilen Internetvertrag erhalten habe. Bis dahin steht eine neue Woche voller Abenteuer und Abwechslung bevor.

Ich freu mich drauf!

Sobald unsere bestellten Poster da sind, kommen auch noch Fotos von der Wohnung und anderen Späßen. Bis dahin!

von Finnen und Spaniern, Fahrrädern und Stränden

August 28th, 2009  |  Published in Finnland

Ich bin angekommen.

Am meinem inzwischen dritten Tag sitze ich mit allem Gepäck in den Schränken, dem Fahrrad im Keller und vielen Ideen im Kopf in meinem Zimmer: die 2er-WG mit Alberto hat eine komplette Küche, Balkon, Bad, Flur und 2 Zimmer mit je ca. 25m². Das sechsstöckige Wohnheim Etappi liegt mittig zwischen Uni und Innenstadt und enthält neben der obligatorischen Sauna einen Haufen Erasmus-Studenten aus Portugal, Spanien, Belgien, Holland, Deutschland und mehr.


View Orte in Pori in a larger map
Da ich mein Fahrrad nach dem Transport (mit der Hilfe des lokalen Bikeshops) wieder erfolgreich zusammenbauen konnte und auch Alberto und seine spanischen Landsleute Fahrräder vor Ort erwerben konnten, waren wir gestern trotz Regen und bedecktem Himmel im Zentrum und bei LIDL und Co (vgl. Karte). Auch wenn die schönwetterverwöhnten Spanier mit den Fahrrädern im Regen etwas unsicher wirkten, sind wir unversehrt und mit reichlichen Einkäufen wieder angekommen.

Gepaart mit den Abenteuern des gestrigen Morgen ergab sich ein recht aktiver Tag: am YYteri-Day wurden wir von den studentischen Betreuern auf einem Rundkurs mit kleinen Teambuilding-Spielchen durch die Dünen gejagt. Neben den gut 20 bisher eingetroffenen Teilnehmern meines IBS-Programms waren noch viele weitere Studiengänge vertreten, sodass wir in insgesamt 4 Reisebussen kutschiert wurden.

Nachdem ich am Mittwoch Morgen durch unsere Bachelorprojekt-Präsentation im LIS verhindert war, bot sich hier die Gelegenheit, schon einmal die Hälfte der IBS-Studenten näher kennen zu lernen. Während momentan ca. 80 % der Studenten Finnen sind, werden (sobald die Visa-Probleme gelöst sind) rund 20 von insgesamt 40 IBS-Studenten den internationalen Anspruch des Programms erfüllen. Unter den Erasmus-Studenten bin ich der einzige, der an diesem Studienprogramm teilnimmt, während viele der Etappi-Bewohner in Programmen wie Business oder Tourism ihr Auslandssemester verbringen.

Die Erfahrungen der letzten Tage zeigen im wesentlichen 3 Dinge an:

  1. mein Spanisch ist ziemlich eingerostet
  2. Finnisch ist schwer, aber doch sinnvoll zu lernen (der Einführungskurs startet bald)
  3. auch wenn alle Englisch sprechen, bilden sich bereits nationale Gruppen heraus. Ich versuche mehr Nähe zu den IBS Leuten zu wahren, etwas Finnisch zu lernen, und den Spaniern beim Fahrradfahren zu helfen :-)

Fotos folgen demnächst, das Internet geht im Wohnheim nur per Kabel anständig, also lade ich die Fotos vom Handy in der Uni ins Web.

Bis bald

Schlaflos in Bremen

August 26th, 2009  |  Published in Finnland

3 Uhr morgens, das Licht geht wieder an. Das gleichmäßige Klacken der Rolltreppe und das Rascheln der Brötchentüten mit den ersten Brötchen des Tages sind die einzigen Geräusche, die die Wartehalle vom Bremer Flughafen mit Leben erfüllen. Warten. Warten auf den Check-In. Warten auf den Flug. Warten auf die Ankunft im Unbekannten: Tampere Flughafen, Tampere City und dann hoffentlich Pori sind die Ziele, die vor mir liegen.

Ich bin auf dem Weg nach Finnland, ins nächste Abenteuer, dieses Mal mit dem Titel “Auslandssemester”. Nachdem 2 ganze Jahre meines Studiums in Windeseile vorüber gezogen sind, trete ich nun die letzte Etappe meines Bachelorstudiums an. Wenn alles wie geplant funktioniert, bleibe ich für die nächsten rund 10 Monate in Pori, mache dort meine letzten Kursverpflichtungen klar und schreibe zum Jahreswechsel an meiner Bachelorarbeit. Dann komme ich wieder zurück, hole mir meine Bachelor-Urkunde (falls es sowas gibt) ab, und ziehe erneut weiter. Aber bis dahin ist noch Zeit.

Hier soll nun erstmal noch eine kurze Revue der vergangenen Monate in Bremen folgen:

Während das Sommersemester von der Arbeit für unser Bachelorprojekt Mobea dominiert war, blieb trotzdem Zeit für ein bisschen Tapetenwechsel in Prag und San Francisco. In Bremen war ich in meinem Job bei der TRENZ AG weniger aktiv als zuvor und die Kurse in Audiobearbeitung, Computergrafik und Usability sorgten für eine abwechslungsreiche und wohlgefüllte Studienwoche.

Die rasant vergehenden Wochen mündeten in einem Ereignis: Meinem Auszug aus Bremen. Da ich wie oben geschildert den Rest des Bachelors in Finnland verbringen werde, habe ich zum Juli Job und Wohnung gekündigt und vor inzwischen schon wieder 4 Wochen einen Großteil meines Hab und Gut aussortiert, verkauft, verschenkt oder nach Uelzen gebracht.

Die verbleibenden Gegenstände sind nun (bis auf eine Kiste, die bereits per Postweg aufgegeben wurde) neben mir hier am Flughafen aufgereiht. Neben Kleidung, Büchern und allerlei Technik sei hier kurz das Fahrrad erwähnt, das in einem wohlgeformten Karton die Ryanair-Reise mit mir antritt (Nein, ich bin nicht im Gepäckabteil untergebracht).

Auch wenn die Zeit in Bremen unfassbar schnell vorbei ging, freue ich mich auf die Dinge, die da kommen mögen. Ein neues Kapitel beginnt, und wie schon in Indien möchte ich erneut auf diesem Weg (per Blog) versuchen, die kommenden Monate zu verarbeiten und für alle Interessierten festzuhalten.

Viele Grüße an dieser Stelle an alle “daheim gebliebenen”, bereits abgereisten und ewig rastlosen unter Euch.

The Waves are rolling in

June 7th, 2009  |  Published in Commentary  |  View Comments

Ok, so as I’ve been at I/O 2009, I now have the luck to be a Wave Sandbox Account holder. Until now, most observations around my trial runs with the Wave Client revolve around minor bugs and annoyances (like not having any contacts to talk to with this shiny toy).

But then again, there is one new idea for a wave application/robot/gadget on my mind per day.

While I won’t find the time to implement them all, I might as well jot them down here and see how long it takes for them to be implemented by somebody:


Legacy System integration
Although there is a Twitter search bot, most other current systems are not yet integrated with the Wave Protocol. To make the Wave Client a true “one inbox to rule them all”, there are some obvious knots to be tied:
  • Email – sending messages to a Wave account via email, syncing your current email contacts with Wave contacts and sending out messages to non-wave users.
  • RSS/Atom – using a Wave Client as a feed reader: write a robot to take an RSS url or an OPML file and push new feed entries into the current Wave.
  • ICQ/AIM/MSN/Jabber – same as Email, but for all Instant Messenger Protocols
  • Twitter/Friendfeed/Backtype – write a robot to auto-post all conversation threads as wavelets that revolve around a certain hashtag/blog post/tweet/blip/URL: no matter if they are on a Movable Type, WordPress, Blogger blog; Twitter, Friendfeed, Facebook, identi.ca or brightkyte. Take Backtype/IntenseDebate or Feedly as an example/inspiration.
WordPress Publishing Robot / Plugin
As some have pointed out the diffculties of SEO on a wave, I would just go the same route as the existing “Bloggy” robot: Publish a wave to an existing WordPress Blog.
Result: your custom look, a great interface for writing and edits and (possibly) a moderation panel for below-the-fold or even inline comments. I remember an experiment using YUI for displaying comments at a certain line withing a regular blog (and can’t find the damn link).
But then again, do we really need our own “view” on contents or discussions? Have our own logo, colors and fonts attached to a certain thought?
Let’s see in the next examples.


Wikipedia Editing powered by Wave
As with any Wiki, concurrent and simultanious editing is a bummer: In comes the Wave. If there is a Robot/API/Frontend for editing regular Wikipedia content, current contributors could swarm into a certain section or article and redo it based on previous discussions. The discussion around the artcle itself could be handled in a linked wave.
Although the notion of 25 people re-editing an article at the same time might make watching it “live” impossible, the replay-feature and the usable WYSIWYG editor can ease the influx of new contributors to the project while circumventing the challenges the other 95% face.


Additionally, while lots bemoan the chaos of a “traditional” wiki, especially the Wikimedia community has found the right means to organize around content creation.
With LiquidThreads never properly integrated into core Wikipedia, Wave as a protocol, frontend and delivery mechanism for discussion could become the engine of an even sharper growth of the content base.
And in case this approach (due to corporate sponsorship by Google) is not realized onsite, all contents could be ported into a mixture of Knol, Squidoo, Wikipedia, Mahalo and SearchWiki.


Realtime Answer Services
If there’s something you want to know that has only one answer, who/what do you ask? Google, Wolfram Alpha, your Twitter/Friendfeed/IM buddies?
How about a Wave Robot that dispatches the question in your blip to Aardvark, Twitter, Friendfeed, Wolfram, Bing, Wikipedia, Yahoo Answers and (depending on niche, services like Stackoverflow)?


Wave Edit/Update Handling
As a Wave client user, one thing about the realtime updates can make handling a large volume of waves impossible: minor updates.


Since logging into Wave for the first time, the test waves sent to all users have been edited several times: typos, formatting, wording etc.


The big question: Which of these updates is important enough for me to be notified about? And who decides this?


I’d suggest measuring the relevance of updates in a ratio of delta/length of blip. So, if you add a new blip to a wave, I get notified, but if you edit 5 characters of a 500 char text (1%), I won’t be pinged about it. As engineers, the Google guys should figure out the right ratio/percentage, but I’d like this as a setting for the client as well.


That’s it for now about the Wave.


The takeaway: With Waves, content is king. Whatever you write will be scanned, sliced, diced, enhanced and published allover the web. All in realtime.


Add your own ideas and comments below and follow the discussion:
Examples:

San Francisco – die Unis

May 27th, 2009  |  Published in Aus dem Leben des Björn

Stanford

Ich sitze unter einer Palme, die Vögel zwitschern, die Sonne scheint. Eukalyptus, Hibiskus, Flamingos und alle möglichen exotischen Tiere (und Menschen) füllen das gigantische Gelände, dass vom “Gentleman Farmer” Stanford in eine Universität verwandelt wurde.

“Micro Climate” ist das Stichwort, dass dafür sorgt, dass innerhalb von wenigen Kilometern der Bay Area ein stark anderes Wetter herrscht. Während also die armen San Francisco Touristen frieren, lassen sich die Stanford-Studenten die Sonne auf den Bauch scheinen.

“Man gewöhnt sich an den Gedanken, dass es die nächsten 6 Monate so bleibt” meint mein Gastgeber John, während wir über den Campus laufen. Er ist Dozent für Produktdesign hier in Stanford, und hat nach dem Erlebnis des “Peter Prinzip” innerhalb der Bell Labs seine Fachrichtung gewechselt: So wurde aus dem Computer Scientist ein Produktdesign-Dozent.

Während ich gerade mit VPN-Konfigurationen, Warnhinweisen und anderen Späßen kämpfe, kann ich diesen Schritt absolut nachvollziehen.

Der Blick in sein Büro/Labor bestätigte diese Erfahrung weiter: 

“Es ist irgendwie schade, dass wir bei allen Möglichkeiten des Computers die Wertschätzung für die Handwerkskunst verlieren”. 

Während er mir seine Experimente mit goldenem Schnitt und geometrischen Tricks zeigt, die er mit Laserschnitt und Holzsäge fabriziert hat, wird deutlich, wie überzeugend solch tangible Artefakte die geistige Leistung der Schaffenden dokumentieren. Keines dieser “Spielzeuge” braucht eine Betriebsanleitung, zweitägige Schulung oder Support-Hotline.

Es funktioniert einfach.

Auf dem weiteren Weg über den Campus treffen wir einen Ph.D.-Kandidaten und Kollegen, der gerade Holzschild und Schwert für seinen Sohn bastelt (es ist Sonntag, für so etwas muss die Zeit sein). Wir sprechen über iPhone, Wii und seine Bekanntschaften mit Venture Kapitalisten über die Kinderbetreuungsgruppe seines Sohnes. “Die Kinder von Ihm haben Spielzeug, bei dem ich selbst neidisch werde”. Von den 4 Autos, der Flugzeugsammlung und dem riesigen Haus mal ganz abgesehen.

Kein Wunder, ist doch Stanford der Geburtsort von Silicon Valley, Microsoft und Google. Während der Campus mit neuen Gebäuden von Stiftern immer weiter expandiert, sind natürlich auch die Immobilienpreise immer weiter in die Höhe geklettert. 

Während viele von den IT-Innovationen reich wurden, genießen sicherlich alle das konstant gute Klima im Valley.

Interessanterweise scheint sich die Bevölkerung rund um die Bay recht gleichmäßig verteilt zu haben, sodass auf dem flachen Land rund um das Wasser gebaut wurde. Von den 7 Millionen Bewohnern der Greater Bay Area sind daher nur rund 820 000 Menschen direkt in San Francisco angesiedelt.

Der Rest verteilt sich auf die vielen kleineren Ortschaften rundherum. Stanford sticht dabei aus meiner bisherigen Erfahrung in der Hinsicht heraus, dass es wie eine Art mediterrane Kleinstadt wirkt. Die sandsteinfarbenen Gebäude und das überwiegend grüne Landschaftsbild des weitläufigen Gebiets lassen die Frage aufkommen, ob die Studenten ihre Zeit nur in Vorlesungen und Labors verbringen, oder auch tatsächlich in den Genuss des Klimas kommen.

Heute jedenfalls (am Memorial Day Wochenende) wirkt der Campus wie leergefegt, sodass außer den geparkten Fahrrädern, Golfbuggies und Sonnenschirmen kaum Bewohner dieser Mini-Stadt zu sehen sind.

Ein Grund mehr, die bleibenden Möglichkeiten des Umfelds zu erleben: den Campus noch besser kennen lernen, die ausgiebe Kunstsammlung des Krankenhauses besichtigen. Und die angeblich eleganteste Shopping Mall der USA kennenlernen.

Lektionen: 

1. Gesundheit ist keine Selbstverständlichkeit, und wie viele andere gute Umstände nur in der Retrospektive wirklich wertgeschätzt

2.es gibt tatsächlich echt viele Asiaten in der Bay Area, und auch die kaufen am Memorial Day kräftig bei Burberry, Macy’s und Louis Viton ein.

3. Stanford ist echt ein Ort, an den man sich gewöhnen könnte

 

Berkeley

In aller Früh ging es dann am Dienstag aus dem Bett: Cornflakes, Sachen schnappen, und rund um die Bay nach oben rechts. Berkeley. Dank der guten Pendlerverbindung per Zug und U-Bahn war ich rechtzeitig zur Campus-Tour da, und folge unserer Gruppe quer über das ebenfalls riesige Gelände, das eingebettet in die Stadt Berkeley ist. Ebenfalls elegante Gebäude, viele Grünflächen und eine gute Athmosphäre. Doch “Cal” hat den wesentlichen Unterschied, dass sie als staatliche Uni rund 30.000 Studenten – darunter weniger als 10 Prozent Ausländer – aufweist.

Nach der Campustour hatte ich mich beim Mittagessen in der nahegelegenen Innenstadt mit den Aufnahmekriterien für die Uni auseinandergesetzt: TOEFL, GRE, hoher GPA. Da bleibt noch einiges im Sommer für mich zu tun.

Unbeirrt davon verbrachte ich den Nachmittag und Teile des Abends im Wesentlichen mit einem großen Spaziergang durch Berkeley. Von den kulinarischen und kulturellen Optionen über den weitläufigen Campus bis hin zur Aussicht über die Bay von Oben hat Berkeley bei mir einen noch besseren Gesamteindruck hinterlassen.

Während ich in Stanford oft an den “Bubble”-Effekt* der Jacobs University erinnert wurde, gefällt mir die Einbettung von Berkeley in das heterogene Kleinstadtbild sehr gut.

Im Abendlichen Gespräch mit meinem Host Andrew über Master-Studium, berufliche Perspektiven und mobiler Entwicklung für iPhone und Co bin ich allerdings erneut auf die entscheidende Frage gekommen: Lohnt sich der Master tatsächlich?

Während ich am Nachmittag im Gras auf dem Campus saß, kam mir öfter der Gedanke “Kauf ich” (immerhin rund 18.000 USD pro Jahr), inzwischen bin ich jedoch wieder etwas bedenklich.

Aber noch ist genug Zeit, um diese Entscheidung zu fällen, sodass ich nun weiter zur Google I/O kann und mir in diesem Zuge die Vorzüge von Central SF und der Technik-Community rund um die Bay genauer ansehen kann.

 

* der Bubble-Effekt ist die Idee einer großen Blase, in der sich die jeweilige Uni befindet: Abgeschnitten von äußeren Einflüssen lebt man als Student in einer Art Parallel/Mini vielleicht sogar Scheinwelt.